Jan Meiers Crossfeed erklärt

Wenn Sie eine für Lautsprecher gemischte Aufnahme über Kopfhörer hören, fällt Ihnen vielleicht etwas Subtiles, aber Irritierendes auf. Die Stereobühne wirkt zu breit, zu hart. Instrumente, die im Raum stehen sollten, kleben scheinbar an der linken oder rechten Kopfseite. Das Ping-Pong-Panning älterer Produktionen wird geradezu unangenehm. Für dieses Gefühl gibt es einen Namen, und die Abhilfe existiert seit Jahrzehnten.

Der Grund ist einfach. Wenn Sie über Lautsprecher hören, nimmt Ihr linkes Ohr den rechten Lautsprecher noch leicht verzögert und durch die Kopfform leicht gefiltert wahr. Dasselbe gilt umgekehrt. Diese natürliche akustische Durchmischung verleiht der Wiedergabe über Lautsprecher ihre Räumlichkeit. Kopfhörer umgehen das vollständig. Das linke Signal geht direkt ans linke Ohr, ohne Übersprechen.

Jan Meier, ein deutscher Ingenieur, der seit den späten Neunzigern in Bochum spezialisierte Kopfhörerverstärker baut, wurde mit genau dieser Lösung bekannt. Seine CROSS-FEED-Schaltung, die bis heute auf den Frontplatten der Corda-Verstärker steht, führt jedem Kanal einen kleinen Anteil des Gegensignals zu, filtert ihn per Tiefpass, verzögert ihn und mischt ihn mit reduzierter Lautstärke wieder ein. Das klingt nach einem simplen Trick, funktioniert aber. Aufnahmen haften nicht mehr am Schädel, sondern wirken, als kämen sie von außerhalb.

Digitale Implementierungen machen im Grunde dasselbe, nur mit Filterkoeffizienten statt mit Kondensatoren. Man wählt eine Verzögerung, die einem plausiblen Lautsprecherwinkel entspricht, eine Tiefpass-Grenzfrequenz etwa dort, wo die Kopfschattenwirkung einsetzt, und einen Mischpegel, der sechs bis zwölf Dezibel unter dem Direktkanal liegt. Wenn Sie diese drei Parameter sauber einstellen, modellieren Sie im Kopfhörer im Wesentlichen einen kleinen Raum.

Ich habe den Ausgabe-Werkzeugen in Zenteek eine saubere Crossfeed-Stufe hinzugefügt, weil ich sie für mein eigenes Hören haben wollte. Alben, die für Lautsprecher gemischt wurden, vor allem Jazz, Klassik und fast alles vor den Neunzigern, klingen damit endlich so, wie sie klingen sollen: breit, aber kohärent, mit einem stabilen Zentrum.

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